Alina Herbing, Tiere vor denen man Angst haben muss. Die KI rezensiert obwohl sie keine Ahnung hat.

Alina Herbing, Tiere vor denen man Angst haben muss. Die KI rezensiert obwohl sie keine Ahnung hat.

Traue nie der KI!

Ich beauftragte das (bezahlte) AI-Programm Chatpro-Ai mit der Erstellung einer Rezension zu o.g. Buch. Der Prompt (die Anleitung) lautete wie folgt: „Schreibe eine Rezension des Buches „Tiere, vor denen man Angst haben muss“ von Alina Herbing für den Blog https://www.fliederherz.at/category/liest-hoert/“

Das ist das (stark gekürzte) völlig sinnbefreite Ergebnis:

„In Alina Herbing’s (sic!) Buch „Tiere, vor denen man Angst haben muss“ begibt sich der Leser (sic!) auf eine faszinierende und zugleich beunruhigende Reise durch die Welt der Tiere, die oft für ihr abschreckendes Verhalten und ihr furchtbares Aussehen belächelt oder gefürchtet werden. Herbing, die sich nicht nur als Autorin, sondern auch als leidenschaftliche Biologin einen Namen gemacht hat, nimmt uns mit auf eine Expedition, die sowohl lehrreich als auch spannend ist. (…)

Insgesamt ist „Tiere, vor denen man Angst haben muss“ von Alina Herbing ein aufschlussreiches und inspirierendes Buch, das zur Auseinandersetzung mit unserer Wahrnehmung von Tieren anregt. Es ist für alle Naturinteressierten, Tierliebhaber und auch für Menschen, die eher eine Skepsis gegenüber der Tierwelt hegen, uneingeschränkt zu empfehlen sic!). Herbing schafft es, von Angst zu Respekt und Verständnis zu führen, was das Buch zu einem wertvollen Beitrag im Bereich Naturliteratur macht.“

Das sagt die NI

Alina Herbing ist keine Naturwissenschafterin sondern Germanistin und Schriftstellerin. Tiere, vor denen man Angst haben muss ist eine fiktive Geschichte, wenngleich mit autobiographischen Elementen: Herbing ist in Mecklenburg-Vorpommern aufgewachsen und ihre Mutter war Leiterin eines Tierheims.

Ja, es geht um Tiere – unter anderem. Aber vor allem geht es um Madeleine, die mit ihrer jüngeren Schwester Ronja und ihrem Eltern Mutter auf einem heruntergekommenen Hof in einem Provinznest in der ehemaligen DDR lebt. Aus dem antikapitalistischen Traum der Mutter wird eine Dystopie für die Kinder. Die Zuwendung der Mutter verschiebt sich mehr und mehr hin zu den verwahrlosten Tieres, die sie bei sich aufnimmt. Zuerst verlässt Vater die Familie. Die Mutter entzieht sich zwar nicht physisch aber psychisch. Madeleine ist auf sich alleine gestellt und muss sich zusätzlich um ihre jüngere Schwester kümmern. Die Natur, die das Haus umgibt und die Tiere, die das Haus bevölkern, rücken ihr zusehends auf den Leib.

Die Rezension der KI wirkt umso absurder als Herbing eher das Gegenteil eines naturwissenschaftlichen Werkes geschaffen hat. Es ist vielmehr eine Fantasie über die degenerative Erkrankung eines Familiensystems, die sich alptraumartig steigert und scheinbar keinen Ausweg offen lässt.

Persönliches Fazit

Ich finde, es ist ein gutes Buch, wenngleich mich das Thema nicht abgeholt hat. Wenn schon Fantasy, dann mit Feen und Zauber:innen 🙂

Cover von Tiere, vor denen man Angst haben muss
Alina Herbig
Tiere, vor denen man Angst haben muss
Hardcover, 256 Seiten
Arche Verlag
ISBN 9783716028186

Erster Satz

Meine Mutter hatte mich nicht eingeschlossen.

Mareike Fallwickl, Die Wut, die bleibt

Mareike Fallwickl, Die Wut, die bleibt

Der „Coming of Frausein“-Roman schlechthin. (Mindestens) drei Protagonistinnen, die sich auf die eine oder andere Art den Bürden des Frauseins entziehen.

Ein Must-Read für alle Feministinnen sowieso, aber ich würde mir so sehr wünschen, Männer läsen dieses Buch und erführen, wie es ist, Frau, Mutter, Partnerin, weiblicher Teenager in unserer Gesellschaft zu sein und wie privilegiert Männer per Default sind.

Er gehört zu den Männern, die mit ärgerlicher Selbstverständlichkeit attraktiv sind. Garantiert muss er sich kein Gedanken machen, ob sein Shirt gut sitzt, ob die Haare ok sind, ob sein Lächeln zu viel Zahn zeigt oder zu wenig. All diesen Raum, den die Fragen über ihr eigenes Aussehen in Sarahs Gehirn einnehmen, hat er zur Verfügung.

Mareike Fallwickl entwickelt die Geschichte rund um Helene, Mutter von zwei kleinen Buben, Ehefrau von Johannes, Lola ihrer Teenager-Tochter und ihrer besten Freundin Sarah. Helene steht eines Abends vom Tisch auf, geht zum Balkon und springt. Klar, dass sich jetzt das Fragenkarussell zu drehen beginnt. Nun stellen sich alle jene Fragen, die sie Helene schon längst stellen hätte sollen – bis auf Johannes. Da Sarah aus schlechtem Gewissen ihrer Freundin gegenüber das Familienmanagement übernimmt, bleibt ihm das zunächst erspart. Der „besänftigenden“ Mutter und ihrer Glaubenssätze beraubt, emanzipiert sich Lola gemeinsam mit ihren Freundinnen von den – per default – misogynen Strukturen und schlägt ihren eigenen Weg ein. Johannes macht einfach so weiter wie vorher – äußerlich zumindest.

Die Wut, die bleibt ist zügig zu lesen. Manchmal wird es allerdings zu offensichtlich und lehrbuchhaft. Vor allem Lola sagt manchmal Sätze, die wie auswendig gelernt erscheinen. (Es handelt sich vielleicht wirklich um Zitate aus der Fachliteratur, wie zum Beispiel aus Riot, don´t diet von Elisabeth Lechner.) Andere haben wir Frauen milliardenfach gedacht, gesagt, gefordert, ohne gehört zu werden.

Bei mir bleibt nicht nur Wut, sondern zunehmend auch Ratlosigkeit darüber, wie ein erfolgreicher feministischer Wandel erreicht werden soll, wenn an den Schaltstellen der Macht immer nur Männer sitzen…

Übrigens: Ich schreibe diese Rezension am 23.9.; in 9 Tagen sind Nationalratswahlen…

Zitierfähig

Ich habe schon wieder so viele Stellen im Buch angestrichen…

…zum Beispiele diese:

Muttersein ist wie ein Schiff, sagt Helene. (…)
„Aber wer steuert das Schiff?“, fragt Sarah.
Das kapiert man erst nach einer Weile, erwidert Helene, es sind die Männer. Es sind Politiker und die Gesellschaft. Wir Mütter haben keine Macht. Wir tragen die gesamte Last, aber Macht haben wir keine.

Der Zorn ist eckig mit gezackten Rändern, er schmeckt wie ein Löwenzahnblatt. Sein Saft ist ähnlich braun und färbt alles ein, was er berührt.

Ihr Kinderlosen glaubt uns einfach nicht, sagt Helene, wir erzählen euch wie es ist, und ihr hört nicht zu. Ihr denkt: Liegt sicher nicht am Kind, meins wird anders.

Essen ist Freiheit. Zu kauen und zu schlucken, zu schmecken und sich zu füllen ohne Nachdenken und ohne Reue, aus purer Lust und für den Widerstand. Das gehört zum Wildesten, was eine Frau in dieser Gesellschaft tun kann.“

Cover Die Wut, die bleibt
Mareike Fallwickl
Die Wut, die bleibt
Hardcover, 384 Seiten
Rowohlt Verlag
ISBN 9783644013308

Erster Satz

Haben wir kein Salz, sagt Johannes beim Abendessen, sagt es genau so: Haben wir kein Salz, und nicht einmal in Helenes Richtung.

Addendum

An dieser Stelle möchte ich euch (wenige Männer, die diesen Blog lesen) auf einen aktuellen Text von Tanja Raich in der Zeit aufmerksam machen:
Dieses Mal habe ich ihn angeschrien
Die Blicke, die Hände, die Sprüche: Unsere Autorin würde sich wünschen, nicht davon erzählen zu müssen. Doch es ist wichtig, weil es mit keiner Frau allein zu tun hat.

Zum ganzen Text

Tarte aux Champignons

Tarte aux Champignons

Schnell, einfach und super lecker – glutenfreie Variante allerdings nicht schnell 🙁

unsplash by blackieshoot

Zutaten für 1 Tarte

1 fertiger Tarteteig (oder selbst einen machen)
50 g Speck gewürfelt
2 Schalotten oder 1 rote Zwiebel
2 Knoblauchzehen
600g verschiedene Schwammerl (ich habe je einen Tray Champignons, Kräuterseitlinge und Shiitake genommen)
250g Kochsahne
2 Eier
Petersilie
Pfeffer
Salz

Zubereitung

Speckwürfel auslassen, Zwiebel, Knoblauch darin anschwitzen, ev. noch ein bisschen Butterschmalz oder Olivenöl hinzufügen (nicht braun werden lassen), blättrig geschnittene Schwammerl dazugeben, alles gut durchrösten, abschließend großzügig Petersilie druntermischen.

Backofen auf 180 Grad Umluft vorheizen.

Eier mit Sahne verquirln, Tarteteig in der Form leicht andrücken. Schwammerl gleichmäßig verteilen, Eiermilch drübergießen und für 30-40 Minuten backen.

Wenn fertig und die Gier nicht zu groß noch einige Minuten draußen ruhen lassen. Schmeckt heiß und kalt hervorragend!

Abgewandelt nach einem Rezept von Chefkoch.de

Mieze Medusa, Du bist dran

Mieze Medusa, Du bist dran

Manchmal verschenke ich Bücher. Vor allem dann, wenn sie mir nicht sehr ans Herz gewachsen sind, bzw. wenn sie die neuen schon wieder stapeln. Die glücklichen neuen Besitzer:innen bitte ich um eine Rezension. Meistens machen diese das auch.

Du bist dran von Mieze Medusa hatte keine lange Anreise – es landete in Klosterneuburg. Der folgende Kommentar zum Buch stammt nun von der schnelllesenden Exil-Kärntnerin und Kaltwetter-Liebhaberin Bettina Wiedenhofer-Peternell.


Die Autorin war mir unbekannt.
Ich freue mich über diese Neuentdeckung.
Das Buch war mir eine helle Freude.
Darum wurde es in „null komma nix“ gelesen.

Die Beschreibung von mehreren Figuren auf eine derart intensive Weise in Sprache, Lebenshaltung, Erwartungen und Handlungen ist grandios.
Immer wieder von neuem bin ich fasziniert von der Fähigkeit von Autor:innen in so unterschiedliche Typen quasi hineinzuschlüpfen.

Danke für dieses Leseerlebnis.

Mieze Medusa
Du bist dran
Hardcover, 256 Seiten
Residenz Verlag
ISBN 9783701717293

Erster Satz

Das „Poseidon“ ist wie Kurzurlaub in der Vorstadt.

Ausgezeichnete vegetarische Bolognese

Ausgezeichnete vegetarische Bolognese

Schön „kernig“ und sämig und natürlich glutenfrei.

Nahaufnahme roher grüne Linsen
istockphoto by karissa

Zutaten für 4 Portionen

1 Knoblauchzehe
2 Zwiebeln
1 Dose grüne Linsen (400g Füllgewicht)
ein paar Ästchen frischer Thymian
Chiliflocken
2 TL Oregano
50 g Walnüsse
1 Dose geviertelte Tomaten
1 EL Tomatenmark
50 ml Rotwein
Balsamicoessig
1/2 TL Hefeextrakt
schwarzer Pfeffer
Salz

Zubereitung

Nüsse im Blitzhacker zerkleinern (aber nicht zu fein), Knoblauch, Zwiebel fein hacken. Linsen abgießen und abspülen. Thymian zupfen und beiseite stellen.

Olivenöl in einer Casserole erhitzen, Zwiebel und Knoblauch glasig anbraten, Walnüsse, Linsen, Tomatenmark und Tomaten, Chiliflocken, Oregano, Thymian, Balsamico, Hefeextrakt, Rotwein und 100ml Wasser zugeben. 15-20 Minuten köcheln lassen, immer wieder umrühren. Wenn die Sauce nicht mehr grau sondern schön dunkelrot geworden ist mit ein bisschen Nudelwasser verdünnen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. FERTIG!

Kleiner Schummler: Ich hab zum Schluss noch den Rest eines offenen Pestos (Ricotta & Noci) eingerührt. War das Tüpfelchen auf dem i!

Friulanische Polentapizza mit Mozzarella, Rucola und Prosciutto oder so…

Friulanische Polentapizza mit Mozzarella, Rucola und Prosciutto oder so…

Glutenfrei und potenziell vegetarisch und weil´s bei uns bereits die ersten Steinpilze gibt.

Bild: Laura Adai, unsplash

Zutaten für 4 Portionen

20g getrocknete Steinpilze
400ml Milch
2 EL Butter
1 Msp. Muskat
250g Polenta
125g Mozzarella
20g Parmesan
50g Prosciutto
1 Handvoll Rucola

Zubereitung

Steinpilze im Blitzhacker vermahlen. Milch, 400ml Wasser, Butter, Muskat, 1 TL Salz in einem Topf aufkochen, ein TL Suppenwürze hinzufügen. Polenta und Steinpilzmehl einrühren und bei niedrigster Hitze 25 Minuten quellen lassen, dabei immer wieder umrühren.

Backrohr auf 200g Ober-/Unterhitze vorheizen, Parmesan reiben und unter die Polenta heben. Ein Quicheform (ca. 28 cm Durchmesser) einölen. Polenta in die Form streichen, Mozzarella drauf verteilen, auf mittlerer Schiene ca. 15 Minuten backen bis der Mozzarella geschmolzen ist und leicht angebräunt ist.

Pizza mit Rucola und Prosciutto belegen und eventuell mit grünem Salat servieren.

Abgewandelt nach einem Originalrezept (dort wurde die Pizza mit Bresaola belegt) aus „Frisch gekocht“.

Nordspanien – darum!

Nordspanien – darum!

Nach fast 2.000 km von ganz im Osten an der Grenze zu Frankreich, nach A Coruña ganz im Westen – uns hat es in Nordspanien sehr gut gefallen. Nicht nur, dass es – abgesehen von den großen Städten wie San Sebastian und Bilbao – sehr günstig ist (Übernachtungen in guten Hotels unter € 100,- für 2 Personen; ein Espresso € 1,30; ein üppiges Mittagessen mit Vorspeise und Hauptspeise plus 1/2 l Wein pro Person (!) um € 15,-) – sondern es ist auch sehr sehenswert, Städte wie Landschaft.)

Resumido

  • Es war kälter als ich erwartet habe, dafür viel grüner und weniger windig.
  • Herzlich sind die Nordspanier:innen nicht, Typ: Wiener Kellner. Man könnte auch sagen, sie kommen gut mit sich selbst aus.
  • Sie sprechen deutlich schlechter Englisch, als man – vor allem in touristischen Gegenden – erwarten könnte. Auch die Jungen nicht. (Aber vielleicht hatten sie ja auch einfach keine Lust.) Dafür sprechen sie Baskisch und Galicisch.
  • Sie essen Unmengen, vor allem Weißbrot mit allerlei fettem aber extrem wohlschmeckendem Zeugs drauf. Und das drei Mal am Tag. Und sind kaum übergewichtig. (Anm: Das finde ich extrem unfair!) Das machen sie übrigens auch in Südspanien.
  • Gemüse tritt nur in Form von Tomaten auf. Manchmal auch als Artischoke aber nur in der gehobenen Gastronomie. Eine Ensaladilla muss nix Grünes enthalten.
  • Salz steht auf keinem Wirtshaustisch. Fragt man danach, outet man sich nicht nur sprachlich als Tourist:in.
  • Bio gibt´s so gut wie nicht. Schwarzbrot auch nicht. Glutenfrei maximal im Hotel.
  • Das Abendessen wird nicht vor 21.30/22 Uhr genossen.
  • Alkohol, vornehmlich Wein und Bier, werden ab 11h ungeniert genossen. Allerdings haben wir keine wirklich betrunkenen Einheimischen gesehen. Die Eichung beginnt offenbar schon früh.
  • Der Wein, den ich mangels Kenntnis einfach nur als „blanco“ oder „tinto“ bestellt habe, war nahezu immer sehr gut und günstig, € 2,30 fürs Achtel, immer mit freiem Auge großzügig eingeschenkt.
  • Sie habens nicht gerne gemütlich. Meistens stehen sie beim Café, beim Frühstück, bei Essen. Bequeme Sesseln oder ein gemütliches Kaffeehaus zum Rumhängen haben wir keines erlebt.
  • Sie sind gerne draußen und das bei jedweder Temperatur. Und wenns nur 11 Grad hat, sind trotzdem die Türen und Fenster der Lokale geöffnet.
  • Es wird erstaunlich viel geraucht und die Zigaretten werden einfach auf den Boden geworfen. Auch auf der Terrasse des Lokals.
  • Die Spanierinnen sind sehr angenehme, total defensive Autofahrer:innen. Bei einer Maximalgeschwindigkeit auf Autobahnen von 120 km/h fahren sie 110 und bedrängen einen nie. Das Auto ist ihnen nicht wichtig. Man sieht keine fetten Schlitten, alle sind irgendwo zerkratzt und bisschen verbeult. Allerdings gibt es sehr viele Autos und in den Städten führt das zu massiver Parkplatznot, die sie mit sehr teuren, sehr engen Tiefgaragen und knappsten Parklücken zu kompensieren versuchen.
  • (Nord-?)Spanier:innen haben eine Schwäche für Gruppenzugehörigkeitssymbole. Nicht nur Fußballfans, sondern auch Geburtstagsfeiernde, Junggesellenabschieds-Feiernde, und sonstige Gruppen zeigen das nach außen mit einheitlichem, seltsamen Outfit oder Accessoires wie z.B. Hüten.
  • Die Nordspanier:innen haben viele Hunde, auch große. Ich habe noch nie soviel Windhunde (vor allem Greyhounds) gesehen wie dort.

Ein Paradies für wasserfeste Golffans

Es gibt eine Unmenge an kleinen Plätzen, wo man um unter € 20,- 18 Loch spielen kann! Alle, die wir spielten, waren in einem ausgezeichneten Zustand (im Gegensatz zu den Club“häusern“ oder -zelten.) Selbst die renommierten Clubs wie Logroño oder Meaztegi verlangen für 2 Greenfees + 1 E-Cart unter der Woche nur € 145,- (beide Golfplätze sind absolut sehenswert, dazu noch jener von Uraburu).

Zukunftspläne

Besonders gut gefallen hat es uns in der Gegend von Logroño und in der Rioja. Dort würden wir gerne wieder hinfahren, allerdings stationärer. Noch ein paar Weingüter mit absurd-geiler Architektur ansehen, Pintxos essen, dann Bauchweh haben, und die vielfältige, grüne Landschaft genießen, durchaus auch golfspielend.

In diesem Sinne: Nos vemos!


Kleiner Baskisch-Exkurs

Baskisch ist ja angeblich mit keiner bekannten Sprache verwandt. Es klingt sehr seltsam, eher wie eine Ostsprache, hart und oft „gegurrt“. Es hat 16 – in Worten: sechzehn! – Fälle.

Hier ein paar Beispiele:

ja: bai
nein: ez
bitte: mesedez
danke: eskerrik asko
hallo: kaixo
auf Wiedersehen: agur
gestern: atzo
heute: gaur
morgen: bihar
hier: hemen
dort: hor
Hilfe! Lagundu!
WC: komunak

Hier gibt´s eine Hörprobe: Youtube Video

Und zum Abschluss: San Sebastian bzw. Donosti

Und zum Abschluss: San Sebastian bzw. Donosti

Auf dem Weg von der Rioja (ja, ist weiblich) nach San Sebastian, passierten wir noch so entzückende Orte wie Logroño und Burgos. Aber wir hielten uns dort nicht allzu lange auf, da wir noch ein paar Tage in San Sebastian bleiben wollten.

Diese 200.000 Einwohner:innen-Stadt liegt direkt am Meer an der Mündung des Flusses Urumea. Die beiden Erhebungen, die die Bucht einfassen, sind herrliche Aussichtspunkte auf den berühmten Strand „La Concha“. Es gibt in Donosti quasi nix Schirches. 1813 wurde ein Großteil der Stadt abgefackelt und die meisten Gebäude wurden im Stil des Historismus neu gebaut.

Da sich vor allem die Königinnen Spanien in San Sebastian sehr wohl fühl(t)en, wurde die Stadt über fast 2 Jahrhunderte von wohlhabenden Menschen geprägt. Nicht einmal der bis 1975 (!) regierende Diktator Franco, konnte das baskische Volk (Interessant sind die Definitionen desselben!) restlos unterwerfen. Sie behielten ihre eigene Sprache, ihre Traditionen und kultivierten ihre Abneigung gegenüber dem Rest von Spanien, obwohl sie ihnen ihren Wohlstand verdanken. (Als wir dort waren, gewann Real Madrid die Champions League und obwohl alle gebannt das Spiel in den Bars verfolgt hatten, gab es beim Sieg der Madrilenen nur kurzen Höflichkeitsapplaus.)

Anders als die große Schwester Bilbo hat Donosti keine Industrie – außer vielleicht den Tourismus 😉 Der Hafen ist so klein, dass auch keine Kreuzfahrtschiffe Station machen können. Alles in allem sind die Donostier:innen extrem stolz auf ihre Stadt. Nicht zu unrecht. Allerdings hat uns die offen zur Schau getragene Spanien-Abneigung des Local Guides doch ein wenig verwundert. (Aber vielleicht war das ja auch nur der Standard-Touristen-Schmäh…)

Von einem der Hügel aus ist die Muschelform der Bucht „El Concha“ gut zu erkennen.
Peine del Viento („Windkämme“) von Eduardo Chillido – bei tosendem Meer sicher noch viel beeindruckender
Die Topfentorte ist neben den Pintxos das kulinarische Artefakt schlechthin. Sehr cremig innen und so üppig, dass sie bei uns als Hauptmahlzeit durchgehen würde.

Normales Wohnhaus – in Donosti ist alles wie aus dem Ei gepellt. (Nur die WCs nicht immer.)

Architektonische Wagnisse gehen sie nicht so gerne ein wie die Bilbaoer:innen. Der Neubau des „Kursaales“ – ja der heißt wirklich so – von Rafael Moneo Ende der 1990er-Jahre, der immerhin mit dem Mies van der Rohe-Preis ausgezeichnet wurde – hat sie traumatisiert.

Foto: Wikimedia von Generalpoteito
La Concha im Sonnenuntergang