R.F. Kuang, Babel

R.F. Kuang, Babel

Sicher einer der besten Fantasy-Romane, die ich je in meinem Leben gelesen habe. (Und derer waren es schon viele…)

Ja, manchmal gönne ich mir etwas – vermeintlich – Leichtes. Damit´s nicht zu leicht ist und einen pädagogischen Mehrwert bietet, lese ich Fantasy und Krimis in Originalsprache. Das ist bei Babel jedenfalls zu empfehlen, allerdings nur, wenn frau mindestens passables Englisch spricht.

Bei Babel ist das doppelt empfehlenswert, da sich die Geschichte – wie der Titel vermuten lässt – um die Macht der Sprache dreht.

Babel spielt in Cambridge Anfang/Mitte des 19.Jahrhunderts. Die Industrialisierung Großbritanniens wird mithilfe der Magie der Worte massiv befördert, was die Rohstoffbeschaffung in bestehenden Kolonien oder noch zu „überzeugender“ Handelspartner „erfordert“. Wer nicht kooperiert – wie z.B. China -, wird dazu gezwungen.

Vor dem Hintergrund realer historischer Ereignisse, entwickelt Kuang, selbst akademische Übersetzerin mit chinesischen Wurzeln, einen faszinierenden, einzigartigen Plot: die Magie entsteht dort, wo aufgrund der Unschärfe von Übersetzungen, semantische Spannung entsteht. Cambridge (wo auch Kuang studiert hat) ist das Zentrum der Übersetzung. Dort werden nicht nur Übersetzer:innen (wobei nicht viele weibliche Studentinnen zugelassen sind) ausgebildet, sondern auch neue Anwendungen der Magie entwickelt.

Auf > 500 Seiten – mit vielen Sternchentexten, die vor allem abends sehr anstrengend zu lesen sind – entspinnt sich eine große Neuerzählung von Ausbeutung (von Menschen und Ressourcen), Klassizismus, Rassismus, Frauendiskriminierung, Machterhalt. Aber auch von Freundschaft und Loyalität.

Es geht um Identitätsstiftung durch Sprache, um deren „Verdrehung“ durch Übersetzung und um Aneignung.

Languages aren´t just made of words. They´re modes of looking at the world. They´re the keys to civilization. And that´s knowledge worth killing for.“

Im Original heißt der Roman „Babel or the Necessity of Violence“. Und das ist die weitere große Frage, die Kuang in Babel bearbeitet.

Pamphlets. They´d thought they could win this with pamphlets. [] He lamost laughed at the absurdity. Power did not lie in the tip of a pen. Power did not work against it´s own interests. Power could only be brought to heel by acts of defiance it could not ignore. With brute, unflinching force. With violence.

Ein Jugendbuch?

Mir wurde Babel von einer 14-Jährigen empfohlen… Hut ab! kann ich nur sagen. Ich fand Babel teilweise sehr sophisticated. Intellektuelle Auseinandersetzungen finden auf einem sehr hohen kulturellen und sprachlichen Niveau statt. Ich habe parallel die Geschichte der britisch-chinesischen Opiumkriege nachgelesen, damit ich die die Zusammenhänge besser nachvollziehen kann und viele Vokabeln nachgeschlagen.*

Hohe aktuelle Relevanz

Babel mag zwar dem Fantasy-Genre zugerechnet sein – weil halt Magie vorkommt. Aber in Wahrheit ist Babel ein hochbrisantes Buch über Kolonialismus und Ausbeutung und über die Frage, wie weit Widerstand gehen darf bzw. muss. Wenn 14-Jährige so etwas lesen, keimt Hoffnung auf…

R.F. Kuang
Babel
Harper Voyager
Hardcover, 546 Seiten
ISBN 978 0-06-302142-6

Danke

an Olivia Strini, die mir dieses Buch ans Herz gelegt hat!

Erster Satz

By the time Professor Richard Lovell found his way through Canton´s narrow alleys to the faded address in his diary, the boy was the only one in the house left alive.

* Es wäre sicher interessant, die Übersetzung zu lesen: Traduttore, traditore

Letzte Chance für heuer: Spargel-Gemüse-Quiche mit Topfen

Letzte Chance für heuer: Spargel-Gemüse-Quiche mit Topfen

Zoe Richardson, Unsplash

Zutaten für 4 Personen

1 Quiche-Teig
125g Magertopfen
ca. 500g Grüner Spargel
ca. 200-300g anderes Gemüse (ich habe Champignons, restlichen Zucchini und 1 roten Paprika genommen)
1 Knoblauchzehe
3 Eier
150g Frischkäse
1 kleine rote Zwiebel
(40 Speck)
frische Kräuter nach Belieben
2 TL Olivenöl
2 EL Cottage Cheese

Zubereitung

(Speck) und Zwiebel in kleine Würfel schneiden, in Öl anbraten. Vom Spargel die Enden abschneiden, bei Bedarf schälen, in ca. 2cm lange Stücke schneiden. Restliches Gemüse putzen und zerteilen. Nach und nach – je nach Garzeit – zu Speck-Zwiebelmischung hinzufügen und anbraten. Kräuter (ich hab ein paar Zweige frischen Thymian genommen) dazu. Beiseitestellen und ein wenig auskühlen lassen.

Eier mit Topfen, Frischkäse, gepresstem Knoblauch, Salz und Pfeffer gut verrühren.

Quicheform befetten, Teig einbreiten. Gemüse drauf verteilen. Mit Eier-Topfen-Mischung übergießen.

Bei 200 Grad Ober/Unterhitze ca. 35-40 Minuten backen bis die Quiche eine schöne braune Färbung angenommen hat.

Zum Schluss Cottage Cheese drauf verteilen. Herrlich mit grünem Salat!

Lukas Matzinger, Ohne Kalaschnikow schlaf ich schlecht

Lukas Matzinger, Ohne Kalaschnikow schlaf ich schlecht

Ich liebe dieses Buch! Eigentlich wollte ich euch ja schon viel eher davon erzählen, dann kam das Leben (und einige andere, lang nicht so gute Bücher) dazwischen. Aber heute höre ich Lukas Matzinger im Falter Literatur-Podcast darüber sprechen und da überkommt mich gleich wieder diese Begeisterung. Schon schreibe ich diesen Beitrag.

34.000 Kilometer in einem VW-Bus, Baujahr 1983. Richtung Osten durch und tief hinein in all jene Länder, die wir nur aus den Medien kennen. Und ehrlich gesagt auch nie näher kennenlernen wollen (bzw. können): Türkei (ginge ja noch), Iran, Pakistan, Tadschikistan, China, Kirgistan, Usbekistan, Kasachstan, Georgien…

Gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin, der Fotografin Olivia Wimmer, macht sich der Falter-Journalist Matzinger ein Jahr lang auf diesen – durchaus beschwerlichen – Weg. Zurück bringt er uns ein Buch, das mit einem normalen Reisebericht glücklicherweise nur sehr wenig zu tun hat. Matzinger erzählt schon auch von der Reise, doch sein Fokus liegt auf der Begegnung mit den Menschen, die sie kennenlernen. Teilweise Pannen-und/oder Bürokratie-bedingt halten sich Matzinger und Wimmer oft auch (zu) lange in einem Land auf – im Iran verbringen sie zum Beispiel mehrere Wochen.

Matzinger schreibt mit viel Gefühl, Sprachwitz, Ironie und dennoch völlig unverklärt.

„Theoretisch wäre Kirgisistan ein muslimisches Land, praktisch sind die Supermarktregale für Schnaps reserviert. Imam bei Tag. Iwan bei Nacht.“

Die mutigen Reisenden – ich hab mich schon beim Lesen manchmal gefürchtet – vertrauen nicht Gott (herrlich die Bettrachtungen zum allgegenwärtigen Ausdruck „Inshallah!“) sondern ihrem Bauchgefühl und manchmal der Kalaschnikow (allerdings nicht ihrer). Sie hätten sich selten gefürchtet, sagte Matzinger im Podcast. Wiewohl er seiner Freundin dann doch übelnimmt, dass diese ausgerechnet beim Abendessen mit einem islamischen Fundamentalisten über die Irrwege des Korans diskutieren muss…

Kritik wird angebracht

Matzingers und Wimmers Erlebnisse tragen sich zwischen intellektueller Distanz und großer Herzlichkeit zu. Wie elend auch immer das politisch/religiöse System und dessen beklagenswerten Hervorbringungen, immer gibt es Menschen, die bereit sind, zu helfen, zu teilen, gemeinsam zu feiern (und zu trinken.) Unbedingt lesenswert das Kapitel „Männer, die um Ziegen streiten.“

Oder ihr cooler Umgang mit der doch sehr verbreiteten Korruption hat mich Auslandsschisserin sehr beeindruckt. (Möglicherweise liegt das auch an der orient-erfahrenen Olivia, die dem Grenzsoldaten, der sie zu erpressen versucht, einfach die kalte Schulter zeigt!😱) Humor ist erst im Nachhinein angebracht.

„Das ergibt sich aus der alten Faustformel: je korrupter ein Saat, desto schlechter seine Straßen. (…) Korruption geht auf die Stoßdämpfer, mit etwas Glück hat der Cousin des Verkehrsministers eine Ersatzteilfabrik.“

Kulinarisch durchwachsen

Das kulinarische Erlebnis ist – bei 34.000 Kilometern nicht anders zu erwarten – divers. Uigurisch wird nicht mehr zu Matzingers Lieblingsküche:

In unserer Menüfolge verstimmt mich jeder Gang mehr als der vorherige. Die uigurische Küche vereint, was ich am meisten hasse: Schaf essen, scharf esse und Seife esse, die andere Koriander nennen. Der Schafgerichten eigene Grat zwischen „schmeckt wie bei Oma“ und „schmeckt wie bei Oma unterm Arm“ ist überschritten.

Gelassenheit als Lektion

Nach elf Monaten auf – teilweise auch unter – Achse hat Matzinger Erstaunliches über sich gelernt:

„Ich bin ergriffen von dem bequemen Leben, das mich vor einem Jahr ermüdet hatte. (…) Wir unternahmen diese Reise ja nicht, weil es leicht war. Sondern weil wir dachten, dass es leichter wäre. Wir erhofften uns etwas davon, dieses Behagen abzustreifen, Ansprüche loszuwerden und fremdem Leben nachzuspüren. Aber immer wieder führten uns die Wege Grenzen vor Augen. Diese kleinen körperlichen, geistigen und moralischen Linien, an denen wir uns selbst kennenlernen. Ich verstand, was ich brauche, an dem, was ich vermisste. Winzige Dinge wie Schnittlauchbrote, wesentliche wie Frauenrechte.“

Cover Ohne Kalaschnikow schlaf ich schlecht
Lukas Matzinger, Olivia Wimmer
Ohne Kalaschnikow schlaf ich schlecht
Zsolnay Verlag
Hardcover, 306 Seiten
ISBN 978 3-552-07525-2

Danke

Ich möchte mich an dieser Stelle ganz herzlich bei den beiden bedanken. Nicht nur, weil sie mir wunderbare Momente mit ihrem Buch geschenkt haben, sondern weil sie diese Reise überhaupt unternommen haben. Ich hätte sie nicht machen wollen und will das nun schon gar nicht mehr. Dennoch ist es interessant, jene Länder aus einer persönlichen, selbst nachvollziehbaren, Perspektive zu erleben.

Wer darüber nachdenkt, etwas Ähnliches zu tun, sollte bedenken, dass sich erstens seit Erscheinen des Buches leider viel zum Schlechten verändert hat (Stichwort: Straße von Hormus), zweitens Olivia Wimmer Arabisch spricht und drittens Lukas Matzinger auf rudimentäre Russischkenntnisse zurückgreifen kann. Zudem kann Matzinger hochprozentigen Alkohol vielleicht nicht gut vertragen aber zumindest zu sich nehmen. Das schweißt in alkoholisch-patriarchalen Gesellschaften zusammen. (Noch eine weiterer Grund, warum das nichts für mich wäre. Daher nochmal: Danke!

Erster Satz

Um 8:40 ist Frühstück, um 12.40 Mittagessen, und wenn es dämmert, Abendbrot.

Köttbullar – die ikonischen schwedischen Fleischbällchen in einer Veggie-Variante

Köttbullar – die ikonischen schwedischen Fleischbällchen in einer Veggie-Variante

schwedische fleischbällchen auf einem Teller
Foto: Erik Forsberg, flickr

Zutaten für 3 Personen

100g trockene Linsen (ich hab Berglinsen genommen)
vegetarische Suppenwürze
360 ml Wasser
Öl
1 Zwiebel gewürfelt
4 Knoblauchzehen gehackt
150g Champignons grob gehackt
2 TL Kreuzkümmel
70g Haferflocken
3 EL frische Petersilie (oder TK)
2-3 EL Sojasoße
1/2 TL Salz
1/2 TL Pfeffer
ev. Preiselbeeren

Zubereitung

Die Linsen mit Suppenwürze weichkochen.

Zwiebel und Knoblauch in einer Pfanne glasig schmurgeln. Champignons dazugeben bis sie weich sind. Kreuzkümmel hinzufügen kurz mitrösten. Zur Seite stellen.

Haferflocken im Blitzmixer zu einem groben Mehl vermahlen. Dann mit Linsen und Zwiebel-Champignons, Petersilie, Sojasauce, Salz und Pfeffer ebenfalls im Blitzmixer oder der Küchenmaschine zerhacken, aber nicht zu fein. Kurz ruhen lassen (oder über Nacht im Eiskasten ruhen lassen). Danach mit feuchten Händen (oder einem Eiskugelausstecher) kleine Bällchen formen und einzeln mit ein wenig Öl bestreichen.

Backofen: auf 175 C vorheizen, Backblech mit Backpapier auslegen. 25-30 Minuten backen, nach der Hälfte der Zeit wenden.

Airfryer: auf 180 C vorheizen. bepinselte Bällchen nebeneinander legen, 25-30 Minuten fryen, bis die Bällchen schön knusprig sind. Zwischendurch immer mal wieder schütteln.

Ich habe dazu echtes Kartoffelpurée (mit Hafermilch und Margarine) und gemacht und mit Preiselbeeren serviert.

Die Sauce, die im Kochbuch steht, empfehle ich euch nicht, die hat uns gar nicht geschmeckt 🙈

Das Originalrezept stammt aus dem Kochbuch „Vegan Soulfood“ von Bianca Zapatka.

Sophia Fritz, Toxische Weiblichkeit

Sophia Fritz, Toxische Weiblichkeit

Ein wesentlicher Beitrag zur Feminismus-Debatte

Ursprünglich habe ich mich gegen den Kauf des Buches gesträubt. Ich dachte: Noch so jemand, die die Feminismus-Bewegung spalten will. Gut, dass ich es dennoch gekauft habe. Denn „Toxische Weiblichkeit“ macht genau das Gegenteil. Sophia Fritz untersucht schonungslos und aus sehr persönlicher Perspektive, wieviel Patriarchat in uns Frauen* steckt. Damit erklärt sie einerseits, warum es so vielen Frauen schwer fällt, sich mit feministischen Interessen zu identifizieren. Andererseits zeigt sie den möglichen Gewinn, den wir Frauen* (bzw. die Gesellschaft) aus der Auseinandersetzung mit unseren patriarchalen Anteilen (und deren Überwindung) ziehen könn(t)en.

„Es geht um Verhaltensmuster, die uns von wirklichem Vertrauen und echter Solidarität abhalten.“

Toxische Weiblichkeit ist nicht nur ein sehr gescheites Buch, sondern auch sehr gut zu lesen. (Vorsicht, es kann sein, dass frau vor lauter Nicken Nackenverspannungen bekommt 😉 ) Das liegt vor allem an der persönlichen Herangehensweise von Sophia Fritz. Die Prototypen, die sie herausarbeitet, diagnostiziert sie anhand ihrer eigenen „Ent-wicklung“. Sie zeigt aber auch, welche Ressourcen diese, an sich (selbst-)schädigenden, Verhaltensweisen bereithalten.

Wer einen Glimpse in das Buch machen will, dem empfehle ich das Interview von Sophia Fritz in der taz.

Toxische Weiblichkeit ist ein kluges, ungemein reflektiertes Buch, das Mann* wie Frau* viel Spiegel vorhält und ein großes Entwicklungspotenzial bietet. Bitte lesen!

Buchcover Sophia Fritz, Toxische Weiblichkeit
Sophia Fritz
Toxische Weiblichkeit
Hanser Verlag
Hardcover, 192 Seiten
ISBN 978 3-446-2795-5

Erster Satz

Die ersten sechzehn Jahre bin ich hinter einer Lärmschutzwand aufgewachsen.

Ideales Wintergemüse: veggie Krautrouladen

Ideales Wintergemüse: veggie Krautrouladen

Viel Arbeit, die sich aber richtig lohnt!
nach einem Rezept von https://www.eatbetter.de, leicht abgewandelt und „vereinfacht“.

t Käse überbackene Krautrouladen

Zutaten

großer Weißkraut-Kopf
200g Naturreis (ich hab Basmati genommen, war zu ungeduldig)
300 ml Gemüsebrühe

1 Funghi Pad von Hermann bio
1 große Zwiebel
2 Karotten
200 g Champignons
1 Bd. Petersilie
20 g Parmesan
20 g Bergkäse oder anderer würziger Käse zum Gratinieren
2 Eier
Salz, Pfeffer

Zubereitung

Weißkraut putzen, waschen und die Blätter vorsichtig (!) vom Strunk lösen. (Das geht am besten wenn man den Strunk zitzerlweise abschneidet.) Einen weiten Topf mit Salzwasser aufsetzen, Wasser zum Kochen bringen und die Kraut-Blätter etwa 5 Minuten blanchieren. Anschließend in kaltem Wasser abschrecken. 8 besonders große Blätter zum Füllen beiseitelegen, den Rest aufheben und morgen kalt knabbern oder für die Sauce verwenden (siehe Originalrezept im Link ganz unten). Reis garkochen und würzen. Parmesan reiben.

Restliches Gemüse schälen und fein würfeln. Funghi-Pad ebenso. Champignons in Schieben schneiden und einmal mittig durch (fallen eh zusammen). Petersilie waschen, trockenschütteln und fein hacken. In einer Pfanne Zwiebel, Knoblauch anschmoren, dann Funghi-Pad und Karotten dazu. Zum Schluss die Champignons hinzufügen und alles ordentlich schmurgeln. (Ich mags, wenn die Karotten noch ein wenig Biss haben). Würzen, vom Herd nehmen, auskühlen lassen.

Reis und Gemüsemischung mit Ei und Parmesan vermengen. Petersilie dazu. Nochmal abschmecken.

Krautblätter einzeln zwischen zwei Küchenrolleblättern trocknen, falls Strunk noch hart, rausschneiden (das geht mit einer Schere gut ;-). Füllung drauf, Blätter einrollen, Seiten einschlagen und in eine leicht gefettete Auflaufform. Ich habe die so nebeneinander ge“quetscht“, dass sie nicht aufgehen können, daher musste ich sie nicht zusammenbinden oder mit Zahnstochern zusammenhalten.

Krautrouladen mit Gemüsesuppe übergießen, mit Gratinierkäse bestreuen und für 15 Minuten ins Backrohr. Da alles ohnedies schon durch ist, geht´s nur darum, sie ein bisschen zu bräunen.

Dazu haben wir den Rest der Fülle gegessen.

Im Originalrezept machen sie dazu noch eine Sauce, aber mir war das zu aufwendig: https://www.eatbetter.de/rezepte/kohlrouladen-vegetarisch-super-lecker-einfach

Geht natürlich auch mit Kohl 🙂

Sardinien Teil 12: Das Abschlusshighlight

Sardinien Teil 12: Das Abschlusshighlight

Dank Frank, dem Campingnachbarn vor dem netten Schweizer in Unterhose (siehe Sardinien Teil 11), wussten wir, dass wir uns „Capo Testa“ auf keinen Fall entgehen lassen durften. Also haben wir an unserem letzten Tag – nachdem die hinniche Markise (ebd.), die Fahrräder am vom Pizzakoch zusammengeschusterten Anhänger (siehe Sardinien Teil 7) und alles Andere sicher an/in die Vanda gewandert sind (ok, ich hör ja schon auf!) – noch ganz hinauf gefahren an die „Testa“, also den Kopf.

Und noch einmal schaffte es diese Insel – nach all den fantastischen Bildern, die sie uns bereits geliefert hatte – uns zu erstaunen: Frank hatte Recht! Seht selbst!

Auf der Fahrt nach Capo Testa

Im Hintergrund sieht man Korsika, ist ca. 15km entfernt.

Am Ende der Superlative angekommen

Selten hat mich eine Reise zu so vielen Steigerungsformen animiert. Sardinien hat den Mann und mich wirklich extrem (eine geht noch 😉 )positiv überrascht. Wir werden sicher wiederkommen. Urschön muss es hier auch im Frühling sein…

Die Rückreise innerhalb von 4 Tagen war gsd sehr unspektakulär. Wir haben noch 3 wunderbare Spätsommertage mit Golfen in Montecchia (18 Loch diesmal!), Lignano und Udine „mitgenommen“.

In Klagenfurt habe ich endlich meine Freundin Petra Eggenreich besucht und im Illy Café einen nostalgischen Espresso (jetzt um € 2,90 statt um 1,50 🤷‍♀️) getrunken.

Auch ihr habt es fast geschafft: Ich werde noch versuchen, euch unsere Route darzustellen. (Kann sein, dass dabei wieder was kaputtgeht, weil die Routenprogramme echt 🤬🤬🤬) Und ein paar Zahlen zu unserem Trip zusammenzustellen …

Sardinien Teil 11: Jetzt aber wirklich: die allerschönste Straße everst!

Sardinien Teil 11: Jetzt aber wirklich: die allerschönste Straße everst!

Von Lotzorai fahren wir in Richtung San Teodoro. (Dort, das kann ich schon vorwegnehmen, hat es uns am wenigsten gefallen). Aber hier ist der Weg das Ziel. Er führt uns hinauf in das höchste Gebirge Sardiniens, in das Massiv Gennargentu. Dabei kommen wir an Bergdörfern vorbei, wo einem – nicht nur wegen der Höhenmeter – immer wieder die Luft wegbleibt wie z.B. an Baunei. Die Straße sind so eng, dass sie teilweise nur einspurig sind, es aber keine Ampeln gibt…

Die Fußballer:innen von Baunei haben immer Höhentraining!

Wir sind übrigens immer noch auf dieser außergewöhnliche SS125. Auf der andere Seite des Bergkammes schleift sich die Straße wieder hinunter zum Meer. Die Farbe der Berge, die uns umgeben, wechselt immer wieder – aber stets ist viel Grün dabei. Sanfte Hochebenen auf denen Kühe und Schafe weiden, Motorradfahrer, die auch eher die Landschaft genießen (oder einfach nur bereits müde von den unzähligen Kurven sind), Hütehunde auf der Straße und seltsame Warnschilder…

Schon mal gesehen?!

Orosei lassen wir aus Zeitgründen aus. (Fehler!) Wir wollen nach San Teodoro. Da wissen wir noch nicht, dass das der einzig wirklich arg touritistifizierte Ort unserer Route ist. Er liegt zwar an einem ganz tollen, riesigen Strand, dahinter eine Lagune mit Flamingos, aber wir fühlen uns hier nicht wohl. Also brechen wir nach nur einer Nacht wieder auf, denn so viel Zeit bleibt uns nun nicht mehr. Die Fähre zurück nach Livorno ist schon gebucht und ich möchte unbedingt noch einmal zu unserem ersten Campingplatz hier auf Sardinien zurück: Isuledda. Dort haben wir uns einen der wirklich geilen (nix premium, sondern „Bonbonniera“!) Standplätze reserviert! (Jetzt simma a schon g´scheiter ;-))

Das ist die Aussicht von unserem „Schlafzimmer-Fenster“

Mit dem Boot in die windgeschützten Buchten

Der Mann will sich unbedingt ein Boot ausborgen. Das machen wir dann auch und werden belohnt! Obwohl die Fahrt zunächst recht ruppig und kalt ist, sind die windgeschützten Buchten traumhaft! Wir sind fast ganz alleine und können Wasser, Farben und milde Spätsommertemperaturen genießen!

Die Sicht ist zwar ausgezeichnet, aber außer Steinen, Gräser und ein paar Seegurken gabs nix zu sehen.


Schreckensnacht 😱

Auf unserem lauschigen Plätzchen am Campingplatz haben wir wir es uns sehr gemütlich gemacht. Inklusive Markise… Die Wettervorhersage sprach zwar von ein paar nächtlichen Tröpfchen, aber nicht von Gewitter und schon gar nicht von sintfluartigem Schüttregen! Jedenfalls hat uns ein Mordskracher um 2h morgens aus dem Bett geschmissen: Der Regen hatte sich in der Markise gesammelt und eine der Stützen regelrecht weggesprengt. Also Mann und ich in Unterhose im Schüttregen notdürftig die Markise am Wegfliegen gehindert. Ich natürlich zu klein… Netterweise kommt uns der Nachbar – in Unterhose! – zu Hilfe. Sehr selbstlos! Wir waren alle drei patschnass und durchgefroren 🥶

Am nächsten Morgen konnten wir nur noch feststellen, dass die Markise hinüber ist. Mit Kabelbindern und Zurrgurten hat der Mann sie zumindest so befestigen können, dass wir sie auf der Rückreise nicht komplett verlieren würden.

Anfängerfehler! Werden die alte Markisenhasen jetzt sagen. Ja eh. Trotzdem sehr ärgerlich. (Man muss die Markise immer schräg runterspannen, damit das Wasser ablaufen kann.) Die war ungefähr vorher 3 Mal im Einsatz. Egal, Hauptsache niemandem ist was passiert. Und danke nochmal an den Schweizer Nachbarn, der mitten in der Nacht zur Stelle war und auch am nächsten Tag mit einer Leiter geholfen hat!

Jetzt simma fast am Ende. Nächstens zeige ich euch noch ein ganz besonderes Abschlusshighlight: Capo Testa und unsere gesamte Route. Also: Es ist noch nicht ganz vorbei. Stay tuned!